Was uns aktuell im Team beschäftigt

Neulich sass jemand in einem Strandcafé neben mir und sagte, ohne dass er mich kannte:“ Viele haben mir schon zur Therapie geraten. Dazu habe ich keine Lust.“ Auf meine Frage, was ihn den abhielte meinte er:“ Da muss man sich so krass verändern. So ein Kämpfer bin ich nicht.“ Also ganz ehrlich: In 20 Jahren Berufserfahrung habe ich noch nie erlebt, dass sich jemand so krass verändern musste und schon gar nicht kämpfen musste. Meist reicht es, eine andere Perspektive einzunehmen. Einmal Abstand vom eigenen Leben nehmen. Nicht als Flucht. Sondern wirklich zwei, drei Schritte zurücktreten und schauen. Zugegeben, natürlich nicht auf das Gewohnte schauen und nicht auf das Offensichtliche. Sondern auf das dahinter liegende.  Man tritt aus Gedanken, Stimmungen und Erwartungen heraus. Die Situation ändert sich dadurch erstmal nicht. Aber der Druck entweicht. Man sieht wieder klarer. Aus dieser neu gewonnenen Perspektive kann man entscheiden, was sich ändern darf. Was möchte ich beibehalten? Was darf gehen? Das ist wirklich kein Kampf. Zugegeben: Mut benötigt man. Aber den muss man auch nicht mitbringen. Der entsteht im Therapieprozess. Stück für Stück. Und noch eins: Jammern hilft nie, nie, nie. Jammern manifestiert die Selbstsabotage. Sich beschweren und Jammern ist keine Option. Man ist nie wirklich bereit, wer auf eine solche Bereitschaft wartet, wartet ewig und leidet unter den ewig lausigen Dramen, die man sich so erschafft. Losgehen und die Kraft im Gehen finden ist die Lösung.